Heute ist Karfreitag und da herrscht in den meisten Bundesländern Tanzverbot. Dieses Verbot sehen viele nicht mehr als zeitgemäß an und deshalb wird in Stuttgart, z.B., wieder dagegen demonstriert, in dem demonstrativ getanzt wird.
Man kann durchaus argumentieren, dass in einem Land, wo die Kirchenbesuche drastisch abnehmen und viele nicht mehr an die christliche Lehre glauben, so ein Verbot anachronistisch und deshalb überflüssig ist. Man kann aber auch anders argumentieren. Wäre es nicht ein Zeichen von Respekt der Nicht-Gläubigen den gläubigen Christen gegenüber, einmal im Jahr auf das Tanzen zu verzichten, um deren Gefühle nicht zu verletzen. Für Gläubige ist der Karfreitag der Tag, dem an das Leiden und den Tod Christi erinnert wird, und es zeugt nicht gerade von gegenseitiger Toleranz, wenn ich Party mache, während mein Nachbar trauert. Ist es wirklich zu viel, einmal im Jahr Solidarität mit einer wirklich friedlichen Religionsgemeinschaft zu bezeugen? Ich kann mir den Gedanken nicht verkneifen, dass die selben Leute, die heute in Stuttgart tanzen, gerne auf diesen Tanz verzichten würden, wenn es darum ginge, ein muslimisches Fest zu respektieren.