Was soll man von einer Richterin halten, die schon zu Anfang einer Anhörung erklärt, dass vorhergegangene Urteile für sie nicht zählen und andeutet, dass das Urteil eigentlich schon feststeht? Was soll man von einer solchen Justizperson halten, wenn sie bei der Begründung des Urteils sagt, dass sie meine zentrale Aussage nicht glaubt?
Bei meinem Fall ging es um einen Einspruch, den ich einlegte, weil ich bei einem Alkoholtest nicht belehrt wurde, dass der Test freiwillig ist. Mehrere Gerichtsurteile sagen, dass in diesem Falle das Ergebnis nicht beweiskräftig ist. Ich hatte übrigens 0.54 Promille – genau ein kleines Glas Bier zu viel innerhalb von vier Stunden, für die Richterin wohl ein besonders krasser Fall von Alkoholmissbrauch.
Wie gesagt diese Richterin war der festen Meinung, dass ich belehrt worden sei und begründete so zumindest teilweise ihr Urteil.
Jetzt habe ich also am eigenen Leib erfahren, dass man vor Gericht zwar ein Urteil, aber keinesfalls Gerechtigkeit erwarten darf.

Ein Gedanke noch nebenbei: Es ist schon interessant, wie der Staat mit aller Härte durchgreift, wenn es um Lappalien geht und wenn vor allem harmlose Bürger betroffen sind. Vergleicht man die Strafen bzw. Nichtstrafen, welche Gaffer oder Leute, die Rettungsarbeiten behindern und das Rettungspersonal, Feuerwehr und Polizei attackieren mit der Strafe für ein Glas Bier zuviel – bei völlig unauffälligem Verhalten im Verkehr – so könnte man ins Grübeln kommen.