Seit Jahrzehnten jagt in Deutschland eine Bildungsreform die andere. Und irgendwie stellt man ernüchtert fest, dass die ganzen Bildungsreformen sehr wenig gebracht haben bzw. kontraproduktiv waren. Man denke nur an die unsäglichen Reformen, die von Annette Schavan, initiiert und gegen allen Verstand durchgepeitscht wurden. Trotzdem glauben heute noch viele blauäugige Pädagagogen und Bildungspolitiker, dass Gruppenarbeit und kompetenzorientierter Unterricht letztendlich zu einem durchschlagenden Erfog werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Dabei könnten wir unsere Schulen tatsächlich wieder zu effizienten Bildungsstätten umgestalten, wenn nur der politische Wille und gesellschaftliche Konsens vorhanden wären. Das Zauberwort heißt nicht Gruppenarbeit oder schülerzentrierter kooperativer Unterricht – nein das Zauberwort beschreibt eine uralte Tugend, die schon in der ganzen Menschheitsgeschichte ein Schlüssel zum Erfolg war: Disziplin. Ich hatte mal eine finnische hoch intelligente Austauschschülerin in meiner Klasse. Auf die Frage, was ihr in Deutschland auffällt, nannte sie als erstes ein Mangel an Disziplin. „Die Schüler hören ja gar nicht zu, was der Lehrer oder die Mitschüler sagen, sondern quatschen selber unablässig.“ So einfach ist es: Während ich quatsche, kann ich mich nicht konzentrieren und kann weder Informationen aufnehmen noch welche verarbeiten. Dieses sinnlose und endlose Quatschen wird durch viele sogenannte modernen Methoden noch forciert und in der sogenannten Gruppen“arbeit“ richtiggehend zelebriert. Hauptsache das Mundwerk ist aktiv egal was da abgesondert wird, sei es auch der letzte Müll.
Ich fand es als Lehrer immer anstrengend und eine große Herausforderung, Disziplin in Klassen durchzusetzen ohne dass die Schüler unterdrückt werden oder die Lust am Lernen verlieren. Aber es ist möglich und es lohnt sich.